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Zitadel hinter Traefik richtig verdrahten mit Issuer, JWKS und Login V2

Der 401 Fehler beim Ingest kam nicht vom JWT selbst, sondern von einem kleinen Architekturbruch. Issuer, JWKS und Host Header mussten dieselbe öffentliche Sicht auf Zitadel haben.

Der 401 Fehler beim Ingest kam nicht vom JWT selbst, sondern von einem kleinen Architekturbruch. Issuer, JWKS und Host Header mussten dieselbe öffentliche Sicht auf Zitadel haben.

Inhalt

Der Fehler

Der Backend Request sah zuerst aus wie ein klassischer Token Fehler.

401 Invalid or expired token

So eine Meldung ist tückisch, weil sie fast alles bedeuten kann. Abgelaufenes Token. Falscher Client. Falsche Scopes. Falsche Signatur. In meinem Fall lag die Ursache aber tiefer.

Der Token selbst war nicht das Problem. Das Problem war die Sicht auf Zitadel.

Was iss und JWKS wirklich bedeuten

Ein JWT trägt einen Issuer Claim. Bei Zitadel sieht der in meinem Setup so aus:

http://auth.localhost

Das ist wichtig. Der Backend Code prüft nicht nur die Signatur. Er prüft auch, ob der Issuer exakt zur konfigurierten Zitadel Domain passt.

const { payload } = await jwtVerify(token, JWKS, {
  issuer: ZITADEL_DOMAIN,
});

Zusätzlich braucht das Backend die öffentlichen Schlüssel von Zitadel über das JWKS Endpoint.

http://auth.localhost/oauth/v2/keys

Beides muss zusammenpassen. Der Issuer und die JWKS Quelle müssen dieselbe öffentliche URL meinen.

Warum http://zitadel:8080 falsch war

Ich hatte den Backend Wert zunächst auf die interne Docker Adresse gesetzt.

ZITADEL_DOMAIN=http://zitadel:8080

Das sieht auf den ersten Blick logisch aus, weil Container intern natürlich über den Servicenamen sprechen können. Für OIDC ist das aber die falsche Sicht.

Zitadel schreibt Tokens immer mit der öffentlichen Domain. Wenn der Backend Code dann auf die interne URL prüft, passt der Issuer nicht mehr. Gleichzeitig liefert Zitadel für zitadel:8080 keine brauchbaren JWKS Antworten, weil der Host Header nicht zu seiner Instanz passt.

Das Ergebnis ist derselbe Fehler auf zwei Ebenen.

  1. JWKS Fetch schlägt fehl.
  2. Der Issuer Vergleich schlägt fehl.

Die saubere Lösung

Ich habe den Backend Wert auf die öffentliche Domain gesetzt.

ZITADEL_DOMAIN=http://auth.localhost

Damit ist die Logik wieder konsistent. Der Token kommt von auth.localhost. Die Signaturprüfung fragt auth.localhost/oauth/v2/keys ab. Der Issuer Vergleich passt.

Damit der Backend Container diese Domain trotzdem intern auflösen kann, bekommt Traefik einen Docker Netzwerk Alias.

traefik:
  networks:
    traefik_net:
      aliases:
        - auth.localhost

Das ist der wichtige Teil. Der Backend Container spricht auth.localhost an. Docker löst den Namen auf Traefik auf. Traefik leitet die Anfrage weiter. Für den Backend Code bleibt es aber trotzdem die öffentliche Zitadel Domain.

Login V2 und die Base URI

Der zweite Punkt war die Login V2 Route. Zitadel baut die Login URL aus der Base URI und dem festen Pfad von Login V2 zusammen.

Wenn die Base URI auf http://localhost:9000 zeigt, landet man bei einer Route, die Login V2 gar nicht kennt.

Die richtige Basis ist:

ZITADEL_DEFAULTINSTANCE_FEATURES_LOGINV2_BASEURI=http://auth.localhost/ui/v2/login

Dann ergibt sich die korrekte Login Route:

http://auth.localhost/ui/v2/login/login?authRequest=...

Das ist die Route, die Traefik an den Login Container weiterleitet.

Web oder Native App

Die Extension App ist im Portal aktuell als Web App angelegt. Das funktioniert.

Für eine Chrome Extension ist Native typischer. In meinem Fall ist das aber kein funktionaler Blocker, solange der Redirect über chromiumapp.org läuft und die Token Settings sauber gesetzt sind.

Ich würde es deshalb so einordnen.

  1. Funktional ist die aktuelle Konfiguration in Ordnung.
  2. Sauberer wäre später ein Native App Typ.
  3. Wichtig ist zuerst der korrekte Redirect und der JWT Token Typ.

Was ich daraus gelernt habe

OIDC ist nicht nur Authentifizierung. Es ist auch eine Frage der Perspektive.

Der Browser sieht die öffentliche Domain. Der Backend Container braucht intern eine andere Netzsicht. Beide Sichtweisen müssen trotzdem auf denselben Issuer zeigen. Genau das war der Fehler.

Sobald man diese Trennung sauber denkt, wird der Rest einfacher.

Zitadel Login V2 in Docker Compose mit Traefik und Host Header Routing

Das Bild zeigt den Authentifizierungsweg mit Login V2, Zitadel und Traefik. Entscheidend ist nicht nur der Container Name, sondern die öffentliche Domain, die am Ende im Token steht.

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