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Zweischichtiges Rate Limiting mit Traefik und express-rate-limit mit Redis
Ohne Rate Limiting kann ein einzelnes Skript den AI-Provider-Key innerhalb von Minuten leerlaufen lassen. Die Lösung sind zwei unabhängige Schichten: Traefik begrenzt auf IP-Ebene, express-rate-limit mit Redis-Backing begrenzt pro authentifiziertem Nutzer. Warum beide Schichten nötig sind und wie der TypeScript-Tücke beim Redis-Adapter umgangen wird.

Inhalt
- Warum ein einzelner API-Key in Minuten leerläuft
- Warum zwei Schichten
- Schicht 1 mit Traefik RateLimit-Middleware
- Schicht 2 mit express-rate-limit und Redis-Backing
- Die TypeScript-Tücke beim Redis-Adapter
- Reihenfolge der Middlewares
- Was die standardHeaders bringen
- Vorbereitung für Phase 4
- Alle Artikel der Serie
Warum ein einzelner API-Key in Minuten leerläuft
Local Insight hat zwei teure Endpunkte: POST /ingest und POST /query. Jeder Aufruf triggert mindestens einen Embedding-API-Call. Bei OpenAI kostet das Geld, bei Ollama kostet es GPU-Zeit.
Vor dem Rate Limiting war die Situation einfach: Wer die Extension-API-URL kannte und ein gültiges Token hatte, konnte beliebig viele Anfragen senden. Ein Skript mit einer einfachen for-Schleife hätte das Ingest-Limit gesprengt oder den Query-Endpunkt in Dauerlast versetzt.
Für ein System, das in Phase 4 auf Quota-basiertes Billing umstellt, ist das ein unmittelbares Problem. Quota-Limits im Code sind wertlos, wenn ein Nutzer die zugrunde liegende API unkontrolliert aufrufen kann.
Warum zwei Schichten
Ein Rate Limiter allein reicht nicht, weil die beiden Schichten unterschiedliche Angreifer stoppen.
Schicht 1 auf Traefik-Ebene arbeitet auf IP-Adresse. Sie stoppt Bots und einfache Angriffe, bevor der Request Node.js überhaupt erreicht. Kein JavaScript-Code wird ausgeführt, kein Datenbankaufruf passiert. Das ist cheap und effektiv gegen Massenbeschuss.
Schicht 2 auf Express-Ebene arbeitet auf authentifizierter userId. Zwei Nutzer hinter demselben NAT-Gateway teilen eine IP-Adresse. Schicht 1 würde sie zusammen limitieren, was zu false positives führt. Schicht 2 kennt den JWT-Inhalt und kann präzise nach Account limitieren.
Der andere Fall: ein einzelner Nutzer mit mehreren IP-Adressen (VPN-Wechsel, Mobile + WiFi) würde Schicht 1 umgehen. Schicht 2 hält ihn trotzdem, weil der JWT immer dieselbe userId enthält.
Beide Schichten ergänzen sich. Die Kombination schließt die Lücken, die jede Schicht allein lässt.
Schicht 1 mit Traefik RateLimit-Middleware
Traefik bietet eine RateLimit-Middleware, die als Docker-Label auf dem Service konfiguriert wird:
# docker-compose.override.yml
backend:
labels:
- "traefik.http.middlewares.backend-ratelimit.ratelimit.average=60"
- "traefik.http.middlewares.backend-ratelimit.ratelimit.burst=20"
- "traefik.http.routers.backend.middlewares=backend-ratelimit"average=60 bedeutet 60 Anfragen pro Minute. burst=20 erlaubt kurze Spitzen bis 20 Anfragen, bevor der Token-Bucket-Algorithmus greift. Traefik zählt pro IP-Adresse des Clients.
Das ist Layer 1. Es kostet keine Node.js-Laufzeit.
Schicht 2 mit express-rate-limit und Redis-Backing
Für die per-User-Limits kommt express-rate-limit mit rate-limit-redis als Store zum Einsatz.
Der In-Memory-Store von express-rate-limit ist der falsche Ansatz für diesen Stack. Wenn das Backend auf mehrere Instanzen skaliert, hat jede Instanz ihren eigenen Zähler. Nutzer könnten die Limits durch parallele Requests an verschiedene Instanzen umgehen. Redis macht die Zähler global.
import rateLimit from "express-rate-limit";
import { RedisStore } from "rate-limit-redis";
import { createClient } from "redis";
const redisClient = createClient({
url: process.env.REDIS_URL ?? "redis://redis:6379",
});
await redisClient.connect();
function makeRateLimiter(max: number, windowMs: number) {
return rateLimit({
windowMs,
max,
// Key by authenticated userId, fall back to IP before auth middleware
keyGenerator: (req) => (req as AuthenticatedRequest).auth?.userId ?? req.ip ?? "unknown",
standardHeaders: true,
legacyHeaders: false,
store: new RedisStore({
// TypeScript requires explicit sendCommand signature
sendCommand: (command: string, ...args: string[]) =>
redisClient.sendCommand([command, ...args]) as Promise<string | number>,
}),
});
}
const ingestLimiter = makeRateLimiter(
parseInt(process.env.RATE_LIMIT_INGEST ?? "30", 10),
60_000
);
const queryLimiter = makeRateLimiter(
parseInt(process.env.RATE_LIMIT_QUERY ?? "20", 10),
60_000
);Die Limits sind über Umgebungsvariablen konfigurierbar. Das erlaubt es, sie ohne Deployment anzupassen, sobald echte Nutzungsdaten vorliegen.
Die TypeScript-Tücke beim Redis-Adapter
rate-limit-redis erwartet einen sendCommand-Callback mit einer spezifischen Signatur. Das redis-Paket von Node.js liefert sendCommand mit einer anderen Typdefinition zurück.
Das erste, naheliegende Muster funktioniert nicht:
// Error: type spread mismatch between redis and rate-limit-redis
sendCommand: (...args: string[]) => redisClient.sendCommand(args),Der Fehler kommt, weil redisClient.sendCommand Promise<unknown> zurückgibt, aber rate-limit-redis Promise<string | number> erwartet. Außerdem kollidiert der Spread-Parameter mit den Typdefinitionen.
Die funktionierende Signatur:
// Explicit first arg avoids spread type mismatch, cast resolves Promise<unknown>
sendCommand: (command: string, ...args: string[]) =>
redisClient.sendCommand([command, ...args]) as Promise<string | number>,command wird als eigenes string-Argument herausgezogen, dann mit ...args wieder zusammengesetzt. Der Cast auf Promise<string | number> ist sicher, weil Redis-Kommandos im Rate-Limiting-Kontext (INCRBY, GET, TTL) immer Zahlen oder Strings zurückgeben.
Reihenfolge der Middlewares
Die Rate-Limiter werden vor den Route-Handlern registriert:
// Apply rate limiters before route handlers
app.post("/ingest", ingestLimiter, authMiddleware, ingestHandler);
app.post("/query", queryLimiter, authMiddleware, queryHandler);Das ist bewusst. Der Rate-Limiter läuft vor authMiddleware, weil authMiddleware einen JWT-Aufruf machen kann. Ohne Vorab-Limitierung wäre der Auth-Check selbst angreifbar.
Innerhalb des Rate-Limiters greift der keyGenerator auf req.auth?.userId zurück. Falls auth noch nicht gesetzt ist (weil authMiddleware noch nicht gelaufen ist), fällt er auf req.ip zurück. Das ist der korrekte Fallback: Vor der Authentifizierung ist IP das beste verfügbare Signal.
Was die standardHeaders bringen
standardHeaders: true bedeutet: Bei einer 429-Antwort sendet Express die Standard-RateLimit-Header:
RateLimit-Limit: 30
RateLimit-Remaining: 0
RateLimit-Reset: 1717430460Das gibt Clients und der Extension die Möglichkeit, Retry-Logik korrekt zu implementieren: warte bis RateLimit-Reset, dann sende erneut. Ohne diese Header müssen Clients blind zurückwarten.
Vorbereitung für Phase 4
Die per-User-Zähler in Redis sind die Grundlage für das Quota-Enforcement in Phase 4. Wenn ein Free-Tier-Nutzer 50 Ingest-Calls pro Monat hat, brauche ich einen persistenten Zähler pro Account pro Abrechnungszeitraum.
Die Rate-Limiting-Schicht zeigt das Muster: Redis-Key nach userId, Zähler inkrementieren, gegen Limit prüfen. Phase 4 macht dasselbe mit anderen Fenstern (Monat statt Minute) und anderen Konsequenzen (Upgrade-Hinweis statt 429).
Die Infrastruktur ist bereit. Die Zählerlogik muss nur auf einen anderen Zeitraum umgestellt werden.

Das Diagramm zeigt den Request-Pfad durch beide Limitierungsschichten. Traefik prüft den IP-Token-Bucket bevor Node.js startet. Express prüft den Redis-Zähler nach Schlüssel userId. Beide Schichten können unabhängig voneinander 429 zurückgeben.
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